Literarästhetische Urteilskompetenz: Modelldifferenzierung und -integration

Der Entwicklung von Lesekompetenz wird im Rahmen von Bildungsstandards eine zentrale Bedeutung für die aktive Teilnahme und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beigemessen. Obwohl der Bereich des allgemeinen Leseverstehens seitens der empirischen Forschung mittlerweile sehr gut erschlossen ist, gehört die genauere Untersuchung literarischen Textverstehens zu den schwierigeren und kaum untersuchten Bereichen sprachbezogener Bildungsforschung. Um diese Forschungslücke zu schließen, wurde im Rahmen des Projekts auf der Grundlage der ästhetischen Semiotik Umberto Ecos ein mehrdimensionales Modell literarästhetischer Urteilskompetenz (LUK) zur Erfassung literarischen Textverstehens entwickelt und empirisch geprüft. Die Befunde weisen darauf hin, dass sich das LUK-Konstrukt tatsächlich nicht nur theoretisch, sondern auch empirisch von einem eher informatorischen Textverstehen abgrenzen lässt. In weiteren Teilstudien sollen spezifische Determinanten identifiziert werden, um die Validität des Konstrukts auch aus einer längsschnittlichen Perspektive der Kompetenzentwicklung belegen zu können. Weitere Analysen zur differenziellen Validität sollen im Rahmen eines quasiexperimentellen Settings untersucht werden. Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass es gelungen ist, eine theoretische und empirische Fundierung sowohl für die Lehr-Lernforschung als auch für die Evaluation der erreichten schulischen Ziele im Bereich der literarästhetischen Verstehenskompetenz zu entwickeln.

Principal Investigators
Roick, Thorsten Prof. Dr. (Details) (Educational Research Methods)
Stanat, Petra Prof. Dr. (Details) (Educational Psychology (Learning, Instruction and Evaluation))

Financer
DFG: Sachbeihilfe

Duration of Project
Start date: 10/2011
End date: 10/2014

Last updated on 2019-18-12 at 10:30